„Landesweit die Ersten mit Zertifikat!“

  • Beitrag veröffentlicht:22. Oktober 2021

Mit der Sonne um die Wette strahlten Anfang der Woche die Gäste der Stadtbildpflege (SK) auf dem städtischen Wertstoffhof in der Daennerstraße 17. Diesen hatte die Werkleitung zusammen mit den Wertstoffhöfen in Erfenbach und in der Pfaffstraße von der RAL-Gütegemeinschaft Rückkonsum e.V. prüfen lassen – mit vollem Erfolg! In einer kleinen Feierstunde konnten nun Bürgermeisterin Beate Kimmel und SK-Werkleiter Rainer Grüner die Urkunde über die in Rheinland-Pfalz bisher einzigartige Qualitätsauszeichnung für Wertstoffhöfe entgegennehmen. „Mit der Verleihung des RAL-Gütezeichen Rückkonsum wurde uns nun auch offiziell bestätigt, dass wir auf unseren Wertstoffhöfen eine nachhaltige und mit den Zielen der Kreislaufwirtschaft gerechte Dienstleistung anbieten“, freuten sich die beiden im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern aus Stadt, Politik und verschiedener Institutionen.

„Unsere städtischen Wertstoffhöfe sind ein bedeutendes und nachhaltiges Element der zirkulären Kreislaufwirtschaft“, unterstrich Beate Kimmel als zuständige Werksdezernentin. „Unser dortiges Personal ist bestens ausgebildet. Es steht unserer Kundschaft mit viel Engagement und Herzblut hilfsbereit und beratend zur Seite.“ Das Gütezeichen unterstreiche deshalb nicht nur die Bemühungen der Stadtbildpflege, für die Wiederverwendung von Wertstoffen zu werben und vermeidungsorientiertes Handeln zu steigern, sondern sei vor allem eine Anerkennung für die Leistungen des Wertstoffhof-Personals, bedankte sie sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „All diese Komponenten tragen dazu bei, dass unsere Sammelstellen serviceorientiert und bürgernah funktionieren und gerne von unseren Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden!“

Außerdem habe eine erst kürzlich durchgeführte Analyse des Lautrer Restabfalls ergeben, dass neben 33 Prozent Organik – die eigentlich in die Biotonne gehören – immer noch 25 Prozent trockene Wertstoffe wie Papier, Glas, Kunststoffe, Verbunde und Textilien in der grauen Restabfalltonne zu finden sind. „Diese Wertstoffe sind für eine weitere Verwertung geeignet und sollten auch in noch so kleinen Mengen nicht über die Restabfalltonne entsorgt, sondern im Sinne einer nachhaltigen Wertschöpfung verwertet werden“, meinte Kimmel, die in diesem Zusammenhang auf das große Potential der gefundenen Wertstoffe sowie das Kampagnenkonzept der SK „Mehr Kreislauf bitte!“ verwies.

Auch Rainer Grüner betonte, dass es viele Gründe gegeben hätte, den städtischen Wertstoffhöfen den Stellenwert zu geben, den sie brauchen und verdient haben. „Das Gütezeichen Rückkonsum spiegelt diesen Stellenwert wider und macht ihn in der Öffentlichkeit sichtbar.“ Mit dem Erwerb des Gütezeichens wollte die Stadtbildpflege auch dem Schmuddel-Etikett, das Abfällen anhaftet, entgegenwirken. „Unsere Kundinnen und Kunden sollen die Qualität der Wertstoffhöfe schätzen lernen und intensiver die angebotenen kommunalen Leistungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft nutzen.“

Ziel der Stadtbildpflege sei es, im Sinne einer möglichst nachhaltigen, ökologisch und ökonomisch ausgerichteten Abfallwirtschaft zu handeln und den Rückkonsum weiter anzuregen. „Auf den Wertstoffhöfen schlummert ein enormes Ressourcenpotential, auf das wir aufmerksam machen möchten!“ Als Beispiel nannte Grüner den vorerst nur in der Daennerstraße eingerichteten ReUse-Bereich mit Regalen und Kleiderstangen, der von der Kundschaft intensiv genutzt würde. Er soll zum Umdenken anregen, dass viele Produkte noch einer Wiederverwendung zugeführt werden können, bevor sie gänzlich ausgedient haben. „Dies kann und soll aber für uns alle nur der Anfang sein, den Umwelt- und Klimaschutz immer wieder neu zu denken.“ Er dankte in diesem Zusammenhang der scheidenden Abfallberaterin Petra Adam, die die Auditierung der städtischen Wertstoffhöfe mit großem Engagement begleitet und vorangetrieben hatte.

Die „Transparenz hinsichtlich der Verwertungswege, die auf den Wertstoffhöfen für jeden Wertstoff einzeln in Form von Infotafeln aufgezeigt werden“ hatte es Christoph Becker, Geschäftsführer der RAL Gütegemeinschaft Rückkonsum e.V., bei der durchgeführten Auditierung besonders angetan. In seiner Ansprache betonte der Prüfer, der vor mehr als dreißig Jahren als erster Abfallberater der Stadt Kaiserslautern in der Daennerstraße tätig gewesen war, welch großartigen Veränderungen es seither in der Abfallwirtschaft und bei der Stadtbildpflege, dem ehemaligen ASK und Stadtreinigungsamt, gegeben hätte. „Die Wertstoffhöfe sind ein Spiegelbild des Konsums und alle, die hier arbeiten, beteiligen sich am Rückkonsum,“ unterstrich Becker das gemeinsame Ansinnen. Er freue sich deshalb sehr, dass sein ehemaliger Arbeitgeber als erster Abfallwirtschaftsbetrieb in Rheinland-Pfalz das RAL-Gütezeichen für Rückkonsum erhält.

Tom Majeres, der erste Vorsitzende der RAL-Gütegemeinschaft Rückkonsum e. V., der abschließend mit Becker die Zertifizierungsurkunde überreichte, beglückwünschte die Stadtbildpflege ebenfalls zu dieser Auszeichnung. In seinem Grußwort ging er kurz auf die noch junge Geschichte des RAL-Gütezeichens Rückkonsum ein. Vor fünf Jahren gegründet, würden sich nun nach und nach auch international Betriebe zertifizieren lassen. Die Stadtbildpflege sei erst der dritte Abfallwirtschaftsbetrieb in Deutschland, der diese Auszeichnung erhält: „Hierauf können Sie sehr stolz sein!“.

Zum Hintergrund:
Das RAL-Gütezeichen für Rückkonsum – GZ 950 bewertet und sichert in erster Linie die Qualität von Rücknahmezentren für Altprodukte, den sogenannten Wertstoffhöfen. Mit diesem Gütezeichen können kommunale Betrieb und Unternehmen ihre nachhaltigen und den Zielen der Kreislaufwirtschaft gerecht werdenden Dienstleistungen mit dem Gütezeichen auszeichnen lassen. Damit sollen Bürgernähe und eine saubere Abwicklung neue Impulse in einen wichtigen Bereich der Rückführung von Wertstoffen und damit der Rückführung von wichtigen Ressourcen in die Kreislaufwirtschaft bringen.


Foto (c) Stadt Kaiserslautern (v. l.): Tom Majeres, Christoph Becker, Petra Adam, Beate Kimmel und Rainer Grüner.

„Landesweit die Ersten mit Zertifikat!“