Pfalztheater-Premieren im Februar 2022

  • Beitrag veröffentlicht:14. Januar 2022

Heinrich Böll beschreibt in seinem Pamphlet (so bezeichnet er die Erzählung selbst im Nachwort) „Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“, wie eine junge Frau durch eine Affäre mit einem mutmaßlichen Straftäter in das Visier der Boulevardpresse gerät. Die zunächst sensationslüsterne Berichterstattung durch den Journalisten Tötges steigert sich im Verlauf der Handlung. Nicht nur die Bloßstellung vor ihrem sozialen Umfeld als eiskaltes, berechnendes „Flittchen“, sondern auch eine Vielzahl von obszönen Hassnachrichten und schließlich die sexuelle Nötigung durch Tötges und einen bekannten Industriellen sind die Folge. Auch als sich der Mordverdacht gegen ihren Geliebten als haltlos herausstellt, ebbt die Flut an „hate speech“ nicht ab. Katharina, die immer verzweifelter versucht, sich zur Wehr zu setzen, greift, als ihre schwerkranke Mutter in der Folge der Ereignisse stirbt, zum äußersten Mittel und richtet den verantwortlichen Journalisten Tötges hin.

Rufmord- und Hetzkampagnen sind keine Phänomene, die mit der Erfindung der sozialen Medien begonnen haben. Die immer noch auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland wird dafür von den einen gefürchtet, von den anderen geliebt. Aber natürlich hat sich durch die sozialen Netzwerke die Geschwindigkeit der Streuung von Spekulationen, die als Fakten dargestellt werden, potenziert.
Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ ist bis heute das meistgelesene Prosawerk des in Köln geborenen Schriftstellers Heinrich Böll (1917-1985), der 1972 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Auch wenn Bölls Motivation für diese Erzählung in den Zeitumständen der Bundesrepublik der 1970er Jahre begründet liegt, ist die Frage nach den Mechanismen der Meinungsmache auch heute von virulenter Bedeutung.

Die Inszenierung der Bühnenfassung von John von Düffel liegt in den Händen von Yvonne Kespohl. Für die Ausstattung zeichnen Mariam Haas und Lydia Huller verantwortlich. Für die Musik sorgen Lukas Brehm und Jonas Pentzek.
In der Rolle der Katharina Blum ist Jelena Kunz zu erleben. In weiteren Rollen: Meike Anna Stock, Oliver Burkia, Robert Flanze, Rainer Furch, Martin Schultz-Coulon und Stefan Kiefer.
Premiere im Großen Haus ist am 5. Februar 2022.

Für eine Wiener Operette haben sich der Komponist Carl Zeller und seine Autoren einen fast exotischen Schauplatz ausgewählt: die Rheinpfalz im frühen 18. Jahrhundert zur Zeit der Kurfürsten.

Der Vogelhändler Adam aus Tirol würde zu gern die Christel von der Post heiraten, doch dazu ist er zu arm. Deshalb möchte Christel beim Kurfürsten die vakante Stelle des Menageriedirektors für ihren Adam erbitten. Sie merkt nicht, dass sie im intimen Pavillon nicht dem Kurfürsten selbst, sondern dem Grafen Stanislaus, der sich als solcher ausgibt, begegnet. Als Adam von dem vermeintlichen Tête-à-Tête mit dem als Schürzenjäger berüchtigten Kurfürsten erfährt, sagt er sich in seiner Eifersucht von Christel los und macht direkt dem Bauernmädchen Marie den Hof. Diese ist aber nun niemand anders als die verkleidete Kurfürstin, die ihrem untreuen Mann auf die Schliche kommen will. –

Wie es sich für eine gute Operette gehört, lösen sich am Ende alle Liebeswirren in Wohlgefallen auf – und aus dem Vogelhändler und der Briefträgerin wird selbstverständlich ein Paar!
Carl Zellers „Der Vogelhändler“ – uraufgeführt 1891 in Wien – gehört zu den ganz großen Titeln der klassischen Operettenära und bis heute zu den festen Säulen des Repertoires.
Am Pfalztheater inszeniert zum ersten Mal Thomas Winter, der auch die Kaiserslauterer Fassung erstellt hat. Die musikalische Leitung hat Olivier Pols. Die Ausstattung kreiert Toto.

Es wirken mit: Monika Hügel/Indira Hechavarria, Susanne Langbein/Elizabeth Wiles, Astrid Vosberg, Dirk Audehm, Daniel Böhm, Peter Floch sowie Roman Pichler/Daniel Szeili.
Premiere ist am 26. Februar 2022 im Großen Haus.

Am Sonntag, dem 13. Februar 2022, findet unser 3. Pfalztheaterkonzert statt.
Auf dem Programm stehen Werke von Borodin, Korngold und Tschaikowski.
Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Daniele Squeo.
Als Solisten dürfen wir den renommierten Violinvirtuosen Tobias Feldmann willkommen heißen.

Weitere Informationen und die Termine der Folgevorstellungen finden Sie unter www.pfalztheater.de

Pfalztheater-Premieren im Februar 2022