TuS 2 planlos im Zeitstrafenfestival

  • Beitrag veröffentlicht:15. Februar 2022

In einer hitzigen Partie mit 20 (!) Zeitstrafen kassierte die 2. Herrenmannschaft des TuS 04 Kaiserslautern-Dansenberg gegen die SG Saulheim eine herbe Heimschlappe. Nach 18:16-Halbzeitführung gelangen dem Dansenberger Perspektivteam nach dem Seitenwechsel nur noch neun Treffer, während die Gäste ihre Routine ausspielten und sich von der hektischen Spielleitung der beiden saarländischen Schiedsrichterinnen nicht aus der Ruhe bringen ließen. In der Schlussviertelstunde brachten die Rheinhessen den 27:34-Auswärtscoup sicher nach Hause.

Von der ersten Sekunde an war im Duell der Tabellennachbarn (4. gegen 5.) zu spüren, dass es eine intensive und hitzige Angelegenheit werden würde. Kein Abtasten, gleich Vollgas war die Devise. Die SG probierte es in der Anfangsviertelstunde mit einer Manndeckung gegen TuS-Spielmacher Alexey Wetz. Diese Maßnahme brachte den TuS-Angriffsmotor zunächst deutlich ins Stottern. Einzelaktionen bestimmten bei den Schwarz-Weißen fortan das Geschehen, Spielfluss kam nur selten zustande. Anders dagegen die Gästen. Mit schnellen Kreuzungen wurde ihr gefährlichster Angreifer Darren Weber ein ums andere Mal in gute Wurfposition gebracht und traf vorzugsweise in sein Lieblingseck. Beim Zwischenstand von 7:7 (11.) hatte er bereits fünf Mal eingenetzt. Nach einer von TuS Trainer Sebastian Wächter genommenen Auszeit beim Stand von 12:13 (23.) sah sich der TuS unverhofft in einer doppelten Überzahl, doch leider wusste die Mannschaft mit diesem Vorteil nur wenig anzufangen. Als Saulheim wieder komplettieren durfte, hieß es 14:14 (26.). Und die Schwäche im Überzahlspiel sollte sich bis zum Ende der Partie fortsetzen. Zum Ende der Halbzeit gelang es dennoch einen kleine Vorsprung herauszuwerfen. Mit einem knappen 18:16 ging es in die Kabinen.

Der zweite Spielabschnitt begann wegen eines Wechselfehlers auf Saulheimer Seite mit einer Zeitstrafe für die SG, also abermals doppelte Überzahl für Dansenberg, doch Saulheim verteidigte clever und traf obendrein zum 18:17 (33.). Nur wenig Sekunden später erzielte Pascal Theuer nach „schneller Mitte“ vom Kreis das 19:17. Da er dabei von Manuel Werber unfair attackiert wurde, setzte es gleich die nächste Bestrafung für die SG. Jetzt schien der TuS das Spiel besser in den Griff zu bekommen. Über 21:17 (35.) und 23:19 (38.) lag der TuS auch in der 41. Minute noch mit 24:22 in Führung. Doch in den folgenden zehn Minuten verlor das junge Dansenberger Perspektivteam völlig den Faden, ließ sich von der aufkommenden Hektik anstecken und blieb zehn Minuten ohne Torerfolg. Die Gäste dagegen blieben gelassen, nahmen die wilde Zeitstrafenorgie des unsicher wirkenden Schiedsrichtergespanns, mehr oder weniger zur Kenntnis und spulten routiniert ihr Pensum ab. In der 51. Minute sorgte Darren Weber mit seinem Siebenmetertor zum 24:29 für die Vorentscheidung. Der TuS war nun nicht mehr in der Lage das Ruder herumzureißen und musste sich mit 27:34 geschlagen geben.

40 Minuten lang sah es so aus als könne der TuS auch gegen starke Rheinhessen bestehen, doch dann zeigte sich was Routine und Cleverness ausmachen können. Während der TuS den Erfolg mehr und mehr mit schlecht vorbereiteten Einzelaktionen suchte, dabei das spielerische Moment völlig aus den Augen verlor und dazu noch schlecht verteidigte, blieb der Gegner diszipliniert, behielt die Ruhe und verwertete konzentriert seine Einwurfmöglichkeiten. Wie wertvoll Videostudium für eine junge Mannschaft sein kann, wird die Trainingswoche zeigen.

Bildquelle: TuS 04 Dansenberg

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