Yasmin Levy und Band zu Gast in der Fruchthalle

  • Beitrag veröffentlicht:2. Mai 2022

Am 07. Mai ist Yasmin Levy mit Band in der Fruchthalle zu Gast. Sie ist eine international renommierte Ladino- und Worldmusic-Sängerin aus Israel, mit starken sephardischen Wurzeln. Sie steht für eine Musik, die im wahrsten Sinne als “Musik der Welt” beschrieben werden kann.

Geprägt von ihrem Anliegen, der großen Sammlung traditioneller Ladino-Lieder ihres Vaters ein würdiges Andenken zu schaffen, verbindet die Sängerin die spanisch-jüdische Musik mit ihrer Leidenschaft für den Flamenco. Scheinbar mühelos verbindet sie diese gegensätzlichen musikalischen Richtungen und lässt dabei Songs entstehen, die Herz und Seele berühren. Mit acht bemerkenswerten Alben in Ladino, Spanisch und Hebräisch und unzähligen Welttourneen, mit ihrem zutiefst spirituellen, leidenschaftlichen Gesang ist sie inzwischen ein internationaler Star.

Yasmin Levy ist Gewinnerin des Internationalen Songwriting-Wettbewerbs für ihre Komposition “Me Voy”. Sie hat auch den Anna Lindh Award für interkulturelle Zusammenarbeit gewonnen. Darüber hinaus ist sie eine Goodwill-Botschafterin für “Children of Peace”. Dort arbeitet sie mit Kindern, die unter dem Nahostkonflikt leiden. Fantastische Soulmusik wird so einmal ganz anders präsentiert. In der Fruchthalle wird sie von ihrer Band begleitet.

Yasmin wuchs in Jerusalem auf, das sie als wahren Schmelztiegel der Völker und Kulturen beschreibt, und hörte türkische Versionen marokkanischer Musik, Klassik, Chanson, Jazz, jüdische und muslimische Musik und Kirchenmusik. Ihr Gesangsgeschmack lässt erahnen, wie wichtig Leidenschaft in Yasmins Musik ist: Pavarotti, Billie Holiday, Julio Iglesias, Piaf, türkische und griechische Musik – große, dramatische Stimmen. Wie Yasmin sagt: „Ich mag traurige Lieder. Meine Mutter Kochava hatte ein hartes Leben. Ich habe Traurigkeit von ihr übernommen, obwohl ich ein glücklicher Mensch bin, aber ich erschaffe durch Traurigkeit. Ich bin glücklich, dass ich Musik habe, damit ich diese Traurigkeit ausdrücken kann.“

Yasmin Levy sagt zu ihren Wurzeln:„Natürlich haben wir hier die radikalsten religiösen Leute, die man sich vorstellen kann. Aber ich sehe auch eine andere Realität Jerusalems: Menschen mit verschiedenen Religionen und Kulturen, die zusammen leben. In meiner Welt gibt es keinen Platz für Krieg und Kampf. Ich wünschte wirklich, wir könnten mehr Respekt füreinander aufbringen in dieser Stadt der verschiedenen Weltanschauungen. Die Ladino-Lieder sind dafür ein gutes Medium, denn sie entstanden in einer Zeit, in der die Juden in Frieden mit Muslimen in Spanien lebten. Wir müssen uns daran erinnern, dass es eine sehr lange Zeit des gegenseitigen Respekts gab. Und es gibt keinen Grund, warum wir dies nicht heute ebenso tun sollten.“

Foto (c) Ali Taskiran

Yasmin Levy und Band zu Gast in der Fruchthalle