Stadtplanerisches Kolloquium am 27. Juli widmet sich dem Wiederaufbau der Ukraine

  • Beitrag veröffentlicht:21. Juli 2022

Das Stadtplanerische Kolloquium am Mittwoch, den 27. Juli, von 18 bis 20.30 Uhr hat das Thema „Wiederaufbau Ukraine – Strategien für eine resiliente Stadtentwicklung“. Die Veranstaltung ist als Auftakt zu einem neuen Projekt gedacht, das das Team um Professor Dr. Detlef Kurth vom Lehrstuhl für Stadtplanung an der Technischen Universität Kaiserslautern koordiniert. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert es im Rahmen eines Sofortprogramms, um den Wiederaufbau der Ukraine zu unterstützen. Wer Interesse am Kolloquium hat, kann es online verfolgen.  

Der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine zielt nicht nur auf die Unterwerfung eines eigenständigen, demokratischen Staats, sondern auch gegen die Werte der EU und Deutschlands. Auch die Ziele der Leipzig-Charta der EU von 2020 werden direkt angegriffen: die europäische Stadt als Ort von Demokratie, Pluralismus, Rationalismus, Subsidiarität, Gemeinwohlorientierung, sowie der öffentliche Raum als Ort des Austauschs, freien Aufenthalts und auch des Protests. 

Die Ukraine hat 2017 mit dem Weißbuch „Stadtentwicklung“ die Ziele der Leipzig-Charta in ein eigenes, dezentrales Planungssystem übertragen. Bei der Veranstaltung diskutieren die Beteiligten darüber, wie diese Ziele auch in Kriegszeiten weiter umgesetzt werden können, und welche kurzfristigen Maßnahmen des Wiederaufbaus und bezahlbaren Wohnraums erforderlich sind. 

Bei der digitalen Veranstaltung dabei sind:
Dr. Oliver Weigel vom Ministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) ist verantwortlich für die Leipzig-Charta und die Nationale Stadtentwicklungspolitik im Bund, über ihn erfolgte ein intensiver Austausch mit den Partnerbehörden in der Ukraine. 

Prof. Dr. Silke Weidner hat an der TU Kaiserslautern studiert, sie hat für das BMWSB die Leipzig Charta 2020 mit konzipiert und die Ukraine darin unterstützt, diese Ziele umzusetzen. 

Prof. Dr. Bohdan Cherkes ist Dekan der Fakultät für Architektur an der Lviv (Lemberg) University, er beschäftigt sich mit Fragen der Stadtgeschichte und Stadterneuerung in der Ukraine und ist oft als Botschafter seines Landes in Österreich und Deutschland.

Moderiert wird das Gespräch von Professor Dr. Detlef Kurth.
Das Kolloquium findet digital statt und den Link gibt es unter: https://www.ru.uni-kl.de/stadtplanung/startseite

Professor Kurth koordiniert ein neues Projekt, das den Wiederaufbau der Ukraine unterstützen soll. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert es im Rahmen eines Sofortprogrammes. Dabei geht es um eine neue digitale Plattform, über die Lehrangebote zu Themen des Wiederaufbaus und der Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt werden sollen. Außerdem werden ukrainische Studierende und Wissenschaftler in Not mit Stipendien unterstützt und Fachexperten eingebunden. Das Kolloquium ist nun Auftakt des Vorhabens. 

Das Stadtplanerische Kolloquium ist eine seit 2017 stattfindende Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Stadtplanung zum Diskutieren und Netzwerken zu stadtplanerischen und städtebaulichen Fragestellungen. Die Veranstaltung wird freundlicherweise unterstützt von der Vereinigung für Stadt- Regional- und Landesplanung (SRL), der Deutschen Akademie für Städtebau 
und Landesplanung (DASL) und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz.

Stadtplanerisches Kolloquium am 27. Juli widmet sich dem Wiederaufbau der Ukraine